AUSGEWOGEN – JA, ABER WIE?
Was ist gesünder: ein Apfel oder ein Schokoladenkeks? Mein hochgeschätzter Kollege Harry Leszkovich – mit dem ich schon lange zusammenarbeite – und ich stellen diese Frage fast jedem, der mit uns über Ernährung sprechen möchte. Die Antwort ist immer noch überraschend, denn sie lautet fast immer: „Natürlich der Apfel.“
Viele Menschen denken dabei nur an das Lebensmittel selbst. Und genau da liegt der erste Fehler: Der Körper braucht nicht unbedingt … this Zitrone, aber das darin enthaltene Vitamin C; nicht genau dieser grüne „Granny Smith“-Apfel, sondern die darin enthaltenen Ballaststoffe; nicht genau dieses Hühnerei, sondern das darin enthaltene Eiweiß; und nicht genau diese Walnuss, sondern das darin enthaltene Fett – und ich könnte diese Liste endlos fortsetzen.
Es ist wichtig zu wissen, dass der Körper vier Nährstoffkomponenten benötigt: Kohlenhydrate, Fette, Proteine und lebenswichtige Nährstoffe. Dabei wird zwischen Energie und Brennstoff sowie Bausteinen unterschieden.
Ich vergleiche den Körper gerne mit einem Ofen, der erst aufgeheizt werden muss, um Wärme abzugeben. Stellen wir uns nun vor, wir versuchen, mit einem Blatt Papier Wärme zu erzeugen. Das funktioniert nicht, da es sofort verbrennt. Mit einem ganzen Karton hält die Wärme zwar etwas länger an, aber auch dann erlischt das Feuer schnell. Briketts hingegen brauchen länger zum Anzünden, brennen dann aber deutlich länger.
In diesem direkten Vergleich steht das Papier beispielsweise für ein Weißmehlbrötchen – es sättigt nicht lange, da es keine wertvollen Nährstoffe enthält. Der Karton repräsentiert unsere Ballaststoffe, wie etwa einen Apfel. Und in meinem Beispiel sind die Briketts die langkettigen Kohlenhydrate, die den Insulinspiegel langsamer ansteigen lassen und daher länger satt machen. Ich meine damit Vollkornnudeln, Reis oder Brot – Lebensmittel, die zudem wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten.
Die Funktion der Nährstoffe Fett und Kohlenhydrate besteht darin, uns Energie zu liefern – ganz logisch. Nehmen wir davon zu viel zu uns (was meistens der Fall ist), entsteht ein Überschuss – und damit Übergewicht. Proteine und lebenswichtige Nährstoffe, aber auch die sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren – die gesunden Fette, die beispielsweise in Nüssen, Kaltwasserfischen wie Lachs und Leinöl vorkommen – sind die Bausteine unserer Zellen. Sie liefern das Material für unsere Muskeln, Organe, Haut, Haare und Nägel. Sehr oft beobachte ich, dass genau diese in der täglichen Ernährung stark fehlen.
Dann entsteht ein Nährstoffmangel, der uns zunächst Hungergefühle beschert. Wir greifen dann häufiger zu Lebensmitteln, die wir zwar mögen, die aber nicht genügend Mikro- und Makronährstoffe enthalten. Die Folgen einer nährstoffarmen Ernährung können noch gravierender sein. Typische Anzeichen sind: Antriebslosigkeit, ein starker Leistungsabfall, ständige Müdigkeit und Erschöpfungszustände, die sich aus leichten Konzentrationsschwierigkeiten entwickeln, sowie Anfälligkeit für Infektionen und ein geschwächtes Immunsystem. Dies führt uns wieder zur Entstehung von Zivilisationskrankheiten. Sobald man verstanden hat, wie der Körper funktioniert und was er braucht, wird es viel einfacher, ihm genau das zu geben.
Um Kindern dieses Wissen so früh wie möglich zu vermitteln, habe ich das Kinderernährungsbuch geschrieben. Die Lebensmitteldetektivin „Bella“ auf der Suche nach der Geheimformel für gesunde Ernährung.
